Stallregeln in der Pferdehilfe

 

Unsere Stallregeln gelten verbindlich für alle Pferdebesitzer, die ihr Pferd auf unserer Anlage besuchen.

 

Da viele von unseren Pferden/Ponys zumindest zu Beginn ihres Aufenthaltes sehr krank sind, tragen die Stallregeln dazu bei, ihrem Bedürfnis nach Ruhe zu entsprechen. Darüber hinaus soll es unsere Arbeitskraft schonen und erhalten.

 

1) Nach Spaziergang oder Ausritt sind die Pferdeäpfel immer von der Straße zu entfernen. Wir sind auf den guten Willen unserer Nachbarn angewiesen und möchten niemanden ärgern.

 

2) Die Hinterlassenschaften mitgebrachter Hunde sollten ebenso entfernt werden, auf der Straße und auf unserem Grundstück.

 

3) Der Platz steht nicht zur Nutzung zur Verfügung. Er dient unseren Pferden als Spielplatz, Liegefläche und Auslauf. Es obliegt den Bufdis, den Platz gelegentlich für die Bewegung nicht reitbarer Pferde zu sperren. Sie können beurteilen, ob das zu dem Zeitpunkt möglich ist und sie bewegen mehrere Tiere gleichzeitig!

 

4) Der Putzplatz sollte gefegt und abgeäppelt hinterlassen werden.

 

5) Bitte nicht unsere Einfahrt und die darin befindlichen Autos und unsere Garage zuparken.

 

6) Meine Bürozeiten sind Mo-Fr von 10.00 13.00 und 14.00- 17.00 Uhr. Um 6 Uhr morgens beantworte ich keine Textnachrichten und gehe nicht ans Telefon. In Notfällen bin ich immer erreichbar, aber Fragen nach dem Befinden des Pferdes sind keine Notfälle!

 

Der folgende Text ist lang und bringt eine Veränderung für die Besitzer mit sich, deren Pferde schon länger hier stehen. Daher bedarf es der Erklärung. Für die meisten ist es selbstverständlich und sie haben sich schon immer so rücksichtvoll verhalten. 

8-100) Besuche: Täglich möglich zwischen 10.00 Uhr - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr.

Ab 8.00 Uhr versorgen wir die Pferde, geben Medikamente, inhalieren, ändern Gruppenzusammenstellungen, verteilen wir Zusatzfutter. Wenn Sie Ihr Pferd vorher zum morgendlichen Spaziergang abholen, kann nachher keiner mehr gewährleisten, dass die Medikamente im Pferd gelandet sind, das Zusatzfutter gefressen wurde, das Pferd nachher in der richtigen Gruppe landet.

 

In den vergangenen Monaten wurden Stalltüren nicht richtig geschlossen, so dass ich Nachts Pferde von der Weide sammeln musste, die dort aus guten Gründen nicht sein durften.

 

Das Tor vom Platz wurde nicht geschlossen, so dass eine Gruppe Ponys beim Nachbarn im Vorgarten graste. Die habe ich ebenfalls im Morgengrauen eingesammelt.

 

Der vordere Stalltrakt wurde nicht richtig geschlossen, so dass besagter Nachbar erneut morgens das Vergnügen der Ponys zwischen seinen Gladiolen hatte. Da ich nicht da war, musste er sich bis zu den Bufdis bemühen, um die aus dem Schlaf zu schrecken.

 

Die Tür zur Solekammer wurde nicht abgeschlossen (man wusste natürlich nicht wo der Schlüssel ist), also ist eine Gruppe Ponys dort eingebrochen.  Der Schaden an den Geräten hätte 4-stellig sein können, aber zum Glück hat man sich nur auf das dort gelagerte Futter gestürzt. Glück war auch, dass es nicht die Rübenschnitzel waren und das der Einbruch offensichtlich kurz vor 8.00 Uhr erfolgte. So fehlte nur ein Teil des Futters und kein Pony hat uns mit einer Kolik "überrascht".

 

Mehrfach standen Pferde abends in falschen Gruppen, was unbemerkt zu falscher Fütterung, oder zu Schlägereien führen kann.

 

Wenn wir in Integrationsphasen nur 3 Ponys für die Nacht zusammen stehen haben, kann man manchmal das Bezugspony für einen Neuankömmling nicht entfernen, weil das zu Verlustängsten mit enormen Stress und lautem Gewieher (Stress für die Nachbarn) führt. Das dieses Geschrei und Getobe von dem ein oder anderen Pferdebesitzer unbemerkt blieb und wir bis zur Rückkehr des "Spaziergängers" dem Verlassenen den Huf halten mussten, ist zwar kaum vorstellbar, kam aber vor.

 

Nachdem bei Regen und Sturm der Stall-Innenraum für "Putzarbeiten" genutzt worden war, vergaß man diverse Durchgänge zu öffnen. So standen also bei ostfriesischen Schietwetter alle Ponys im Regen, während der Stallbereich ungenutzt blieb - zum Glück nur bis 19.00 Uhr, wo ich bei einem Kontrollgang (aus gutem Grund), den Fehler bemerkte und beheben konnte.

 

Unsere Bufdis arbeiten bis 17.30 Uhr. Um 17.00 Uhr sortieren sie die Pferde in ihre nächtlichen Gruppen und verteilen die letzten Medikamente und Zusatzfutter. Dann müssen alle Pferde da sein, um zu gewährleisten, dass alle Medikamente und Futterzusätze bei allen Pferden ankommen. 

Um diese Zeit noch aus Sicht der Pferde-Besitzer diverses "dringend" benötigtes Zubehör (ich hatte da aber auch den blauen Strick...) zu suchen, Gespräche zu führen und auf Rückkehr von Pferden zu warten, um Medikamente verabreichen zu können, führt immer zu Überstunden. Das führt bei den Bufdis, die ein freiwilliges Jahr bei uns machen, zu Überbelastung.

Wenn ich abends immer ein Ohr nach draußen haben soll, bis der letzte Pferdebesitzer den Hof verlassen hat, um dann den Stall zu kontrollieren, um mögliche "Versehen" zu beseitigen, dann habe ich keine Ruhe mehr. Ich  kann erst abschalten, wenn ich sicher weiß, dass alles in Ordnung ist.

Die Kurpferde brauchen Ruhe, zuverlässige zeitliche Abläufe, sichere Versorgung und feste Gruppenkonstellationen. Wir brauchen halbwegs zuverlässige Zeiten, um arbeitsfreudig zu bleiben. gerade die BFD-ler haben ein Anrecht auf zuverlässige Dienstzeiten.

Oft haben wir die nicht, weil ein Pony krank ist, weil der Tierarzt spät kommt, weil ein Pony sich bei der Abreise nicht verladen ließ und den Zeitplan gesprengt hat usw. Das sind unvermeidbare Gründe, mit denen wir alle gerne leben. Der oben beschriebene Rest an Unwegsamkeiten ist vermeidbar. Bisher funktionierte das ohne das Festschreiben von Regeln, dieses Jahr nahmen die Ausnahmen überhand, was zu diesem Text geführt hat.

Jeder Besitzer, der sein Pferd in unsere Obhut gibt, möchte die bestmögliche Versorgung. Um diesem Wunsch zu entsprechen und niemanden zu überlasten, sollten sich alle an unsere Stallregeln halten.

Da diese Regeln nicht den gewöhnlichen Stallregeln entsprechen und um die Anlage nicht zu überlasten, bieten wir keine Einstellerplätze für Ortsansässige Personen. Diesen könnten wir so nicht gerecht werden. (Siehe Unterpunkt: Einsteller)