Unsere "Notfellchen"


Lilly

Lilly und ihre Shetty-Freundin Anne erreichten unseren Hof durch Maaryt Fischer.

 

Beide Stuten hatten extreme Reheschübe in den vergangenen Jahren erlitten, was an ihren Hufen deutlich zu erkennen war.

 

Lilly erholte sich binnen eines Jahres sehr gut und wurde vor wenigen Monaten als Beistellerin in gute Hände weitervermittelt.


Dakota

Dakota ist ein 12-jähriges Quarter-Horse. Er kam im Frühjahr 2014 zu uns. Leider hat er eine sehr lange, hässliche Lebensgeschichte.

Als Quarter-Horse sollte Dakota in jungen Jahren zum Deckhengst aufgebaut werden. Um in kurzer Zeit mit ihm erfolgreich werden zu können, wurde er völlig überfordert und zum Erfolg geprügelt. Da er zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits unter Rückenschmerzen litt, widersetzte er sich immer häufiger. Um den "bockigen Gaul" zu brechen wurde er zur "Ausbildung" weggegeben. Neben der Anwendung von Gebissen mit Hebelwirkung, Hilfszügeln, Gerte, Sporen etc. wurde schließlich versucht ihn durch Nahrungs- und Wasserentzug gefügig zu machen. Er wurde gefesselt in einer Box zurück gelassen um ihn im Anschluss zu reiten. Dakota stieg, überschlug sich und stürzte mehrfach. Die Misshandlungen haben eine Schneise der Verwüstung durch seinen Körper geschlagen. 

Röntgenbilder zeigen einen Bruch des Nasenbeins, Kieferbruch, einen Rücken an dem kein Wirbel mehr da war wo er hingehörte. Sein Hals weist tiefe Löcher auf. An den Fesselgelenken kann man die Narbenwülste fühlen. Die Hinterhufe waren vorne abgeschliffen da er sie nachzog. Die Verletzungen sagen uns, dass er mit zu scharfen Zäumungen und zu harter Hand geritten wurde, vermutlich in Verbindung mit Schlaufzügeln. Seine verzweifelte Gegenwehr führte zu Muskelbündelrissen im Halsbereich. Ob die Brüche vom Reiter zugefügt wurden, oder enstanden als er sich überschlug kann man nicht beurteilen. Da der "sture Gaul" trotzdem nicht reitbar war, vermutlich weil es ihm vor Schmerzen schlicht nicht möglich war einen Reiter zu dulden, wurde er kastriert. Mit fast 5 Jahren, sicher viel zu spät und evtl. auch nachdem er gedeckt hatte. Definitiv hat er in frühen Jahren ein massives Hengstverhalten erlernt.

Trotz nicht verheilter Kastrationsnarbe wurde Dakota geritten. Die Wunde entzündete sich und niemanden kümmerte es. Schließlich wurde die Besitzerin informiert und holte das, was von Dakota noch übrig war, ab. Wer alles bei seinen Qualen weggesehen hat und wieviele Menschen die Augen vor seinem Leid verschlossen haben kann man nur vermuten.

Dakota wurde verkauft - mehrfach. Am Ende fand er einen Besitzer, der es zumindest wirklich ehrlich und gut mit ihm meinte. Er hat nie versucht Dakota zu reiten.

Irgendwann ging auch diese Zeit vorbei, Dakota wurde weitergereicht. Man versuchte ihn zu reiten, ohne Erfolg. Schließlich schien sein Schicksal besiegelt. Dakota war 11 Jahre alt, ein seelisches und körperliches Wrak, als man beschloss seinem Leben ein Ende zu setzen. 

Über Marc Meier und seine Frau Jessica wurde Sven Koopmann auf Dakota aufmerksam. Um das drohende Schicksal abzuwenden, handelte er schnell und entschlossen. Dakota wurde von ihm auf der Stelle übernommen. Sven päppelte Dakota in Haselünne auf und um ihm die bestmögliche Chance auf eine Zukunf zu geben, wurde Dakota von der Pferdehilfe aufgenommen. 

 

Nach mehreren chiropraktischen Behandlungen können wir davon ausgehen, dass er schmerzfrei ist. Im Rahmen seiner Möglichkeiten haben wir angefangen mit ihm zu arbeiten. 

Dakota selber war immer an vorderster Front dabei. Nachdem er begriffen hatte, dass ihm keine Sanktionen drohen, kam er sofort auf Zuruf. Er demonstriert deutlich arbeiten zu wollen. Das Pferd, das in Schockstarre auf unserem Reitplatz stand, unfähig sich zu bewegen, oder auch nur ein Leckerli anzunehmen, geht heute sehr gern "zur Arbeit". Er genießt die Beschäftigung und manchmal denke ich, dass er darauf wartet, dass ich aufsteige, damit er zeigen kann, dass er kein "schlechtes" Pferd ist. 

Dakota ist der Meister der Bodenarbeit. Im Spätsommer absolvierte er sicher als "Bestes Pferd in der Prüfung" das Prüfungsabzeichen Bodenarbeit 1. Da er die Gutmütigkeit in Person ist und ständig beschäftigt werden möchte, haben wir ihn im Basispass als "Putz-und Sattel-Modell" eingesetzt. Absolut brav lief er mit 12 Kindern nacheinander die Dreiecksbahn und gab der 6-jährigen Karlotta die Hinterhufe, indem er sie vorsichtig auf der Spitze abstellte. 

Anfang Oktober absolvierte er mit Victoria das Abzeichen Bodenarbeit II. Völlig konzentriert arbeitet er mit und hinterläßt einen guten Eindruck bei allen. 

Ende Oktober stellte Jan ihn in der Prüfung Longerabzeichen 5 vor. Dakota zeigte Nerven, die Prüfungssituation war schwierig für ihn. Neben einem Außengalopp und dem Ansatz zum Steigen beim Verstellen der Laufferzügel wirkte er anfangs insgesamt hektisch. Jan konnte mit Ruhe und Geduld seine Konzentration wiederherstellen, sodass beide die Aufgabe souverän beendeten.

Man konnte sehen, dass Dakota ein bisschen stolz war. Er blieb nach der Prüfung auf dem Paddock und sah den restlichen Absolventen zu, während alle anderen Ponys auf der Weide standen.

Am Ende des Tages hat er genussvoll seine Möhren gefressen und sieht gelassen seinen weiteren Aufgaben entgegen.

Ich bin sicher, dass wir ihn bald vorsichtig reiten können - weil er es uns anbietet..... 

Update: Dakota hat unsicher und ängstlich seine ersten Runden unter dem leichten Reitgewicht von Hanna absolviert.

Nun wurde er im Herbst 2015 als Beisteller in eine Herde in unserer Umgebung weitervermittelt und regelmäßig von uns und Hanna besucht. Seit Ende 2016 wird Dakota nach einjähriger Eingewöhnungsphase in seinem neuen Zuhause auch geritten.

Carlito

Carlito kam ihm Frühling 2014 zu uns. Als vielversprechender 1,40 Stckm. Welsh-Hengst wurde er in einem "Ausbildungsstall" im Raum Ihlow "eingeritten". Vorge-funden wurde ein hungriges Häufchen Elend in einem verdreckten Stall mit ausgekugelter Hüfte. Nach medizinischer Versorgung von Carlito, übernahm Henning Schwenen mit seiner Familie das Pony. Um dem 6-Jährigen reiterlich gerecht zu werden, übergab Henning Schwenen Carlito im Frühjahr 2014 an die Pferdehilfe. Carlitos körperliche Schäden hatten Spuren hinterlassen: Die Hinterhand war nur schwach bemuskelt, das immer noch schmale Pony war mit schlecht heilenden Macken übersät.

Es erwies sich, dass Carlito extrem kopfscheu war und unter Sattelzwang litt. Das Auflegen eines Sattels führte dazu, dass das verstörte Pony sich fallen ließ um dem Sattel zu entkommen.

Mit Jan und Marten absolvierte er erfolgreich die Abzeichenprüfungen Bodenarbeit. Das Training hat ihm im Umgang und im Bezug auf die Kopfscheuheit sehr geholfen. 

Carlito ist nach wie vor sehr unsicher und sollte keinesfalls nochmal in falsche Hände geraten. Im Sommer 2016 ist er in einen Endplatz  umgezogen.


Heljar

Heljar ist 6 Jahre alt und brauchte auf Grund von erheblichen Atemwegsproblemen dringend ein Zuhause an der Nordsee.

Da ihm buchstäblich die Zeit davon lief, haben wir ihn schnellstmöglich übernommen.

 

Aktuell geht es ihm gut, er bekommt keine Medikamente mehr, ist gut in die Gruppe integriert und fühlt sich wohl. Da er wegen seinen Symptomen nicht weiter ausgebildet werden konnte, wurde er erst Ende 2014-15 reiterlich ausgebildet und beherrscht auch schon Bodenarbeit, Longe und Voltigieren mit Bravour.

 

Wie er sich gesundheitlich entwickelt bleibt abzuwarten, grundsätzlich gehen wir davon aus, dass er einen Platz an der See brauchen wird.


Bella

Seit Anfang März 2015 ist Bella bei uns untergebracht. Die 13-jährige Stute hat eine chronische Atemwegs-erkrankung, durch die Nordseeluft hat sich ihre Atmung jedoch deutlich gebessert, so dass sie jetzt ohne Medikamente glücklich auf der Weide stehen kann.

Sie wurde im Herbst 2015 vom Ponyhaus übernommen.